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Die Hexe und die Wissenschwändi

Das Schlimmste aber, das diese Hexe in Walchwil verübte, das tat sie in der Wissenschwändi. Von der Wissenschwändi gegen den Kohlrain dehnte sich ehedem ein schönes Gelände aus mit Obstbäumen besetzt und zum Teil mit hohen, mächtigen Tannen umsäumt. In einer stürmischen Gewitternacht zog die Hexe durch den Sagenbach hinauf bis zur Quelle des Baches in diesem Gelände neben der Wissenschwändi. Dort schwang sie sich bei stärkstem Sturm und strömendem Regen auf eine der Tannen und wiegte sie im Gipfel hin und her, ergriff noch den Gipfel der zweiten Tanne und wogte und wiegte sich, bis die Tannen krachend zusammenbrachen und einen grossen Erdwall aufrissen. Blitzschnell entquoll der Öffnung eine grosse Wassermenge, die sich zum Teil schon längst im Gelände versetzt haben musste, und es entstanden Risse und Klüfte, das ganze Gelände erzitterte und bewegte sich und von einer gewaltigen Wassermasse getrieben stürzten Obstbäume und Tannen, gewaltige Steine und Erdmassen den Berg hinunter. Mitten in der stürzenden Masse hockte im Geäst einer gebrochenen Tanne die Hexe und übertönte mit ihrem Geschrei selbst das Rauschen des Wassers, das Tosen und Toben des Sturmes und das donnerähnliche Rollen der haushohen Steine. Die gewaltige Masse, der wilde Schutt riss hinter dem Oberdorf noch zwei Häuser mit und wälzte und stürzte sich in den See. Wo früher das herrliche Wiesengelände gelegen, da grinst uns heute eine grosse, schauerliche Kluft entgegen, im Volksmund allgemein "d''Brächä" oder "s''Karlisbrächä" genannt.

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